Heute mal was anderes von mir:

Gestern bin ich aufgewacht mit Worten im Kopf, die raus wollten.
Es war, als wäre eine Quelle in mir angezapft worden – sie sprudelte einfach.

Dann war Erinnerungsfeier im Hospiz.
Im Anschluss habe ich den Text eingesprochen und ihn zwei Frauen geschickt, um zu fragen, was sie davon halten.

Meine Söhne meinten: Das ist doch ein Poetry Slam.
Und so dachte ich: Vielleicht sind diese Worte für jemanden da draußen.
Deshalb lasse ich sie jetzt in die Welt.

Sie sind nicht mit Hilfe von KI entstanden – das möchte ich ausdrücklich betonen.
Es vermischen sich eigene Erfahrungen mit Erzähltem und Eindrücken aus meiner Arbeit.
Ich habe es fließen lassen.

Und das, was dabei entstanden ist, findest du hier – in Schrift und Ton:

Farbrausch

Manchmal wenn ich ganz andere Dinge tue und nicht so viel habe von der Ruhe, die ich mir manchmal so sehr wünsche.

Gerade, wenn ich hetze und nicht so sehr bei mir bin, dann gehen sie dahin, wo DU bist und ICH nicht. 

Meine Gedanken schweifen zu Dir, zu einer Vergangenheit, zu einem Moment in der Zeit.

Ich schwelge in Erinnerungen.

Und wenn ich mir nicht das Hirn verrenke.

in der Stille ich mich versenke,

zulasse, dass ich an Dich denke, dann nimmt es Fahrt auf –

da sind Farben und Akzente.

 

Da sind so viele kleine Momente. Wie in einem Strudel fahren meine Gefühle Achterbahn:

Augenblicke – also diese Sekunden, wenn unsere Augen sich trafen und wir uns wirklich sahen – Farbensplitter von rosé.

Dieser eine Dorn in meiner Haut, als Du gingst, ziemlich laut – mit bösen Worten – eher: grau.

Aber da waren auch Torten, Geburtstagsfeiern, Weihnachtstage – bunt, fröhlich – in allen Farben und manchmal auch Narben von Streit und Verlust.

Simple Dinge, wie der verpasste Bus. Totale Alltäglichkeiten, Ungnädigsein und Innehalten, Geborgenheit, Unpässlichkeiten und der erste Kuss.

Sie alle haben Farben, die durcheinander wirbeln – an manchen Tagen.

Rot, grün, türkis, gelb und blau  – manchmal in Nuancen, manchmal knallig, mal in blass und oft ziemlich grau.

Manchmal wenn ich ganz andere Dinge tue und nicht so viel habe von der Ruhe, die ich mir manchmal so sehr wünsche.

Gerade, wenn ich hetze und nicht so sehr bei mir bin, dann gehen sie dahin, wo Du bist und ich nicht. 

Meine Gedanken schweifen zu Dir. Zu einer Vergangenheit, zu einem Moment in der Zeit.

Ich schwelge in Erinnerungen.

Und wenn ich mir nicht das Hirn verrenke,

in der Stille mich versenke,

zulasse, dass ich an Dich denke, dann nimmt es Fahrt auf –

da sind Farben und Akzente.

 

Da sind die ersten und die letzten Tage, sie tragen Freudefarben und Trauer zur Schau.

Da sind verpasste Chancen, Kinderlachen und ein Clown.

Da sind Frühstückschlachten und Läusetage , Wäschechaos und Mahlzeiten planen. Da sind Urlaub am Meer und Familiendramen. Alltag neben Besonderheiten. Kleine Momente und Streitigkeiten.

Farben und Gefühle verschwimmen ineinander und gleichzeitig ist manches so klar und deutlich erkennbar.

Können Geräusche auch Farben tragen?

Manchmal wenn ich ganz andere Dinge tue und nicht so viel habe von der Ruhe, die ich mir manchmal so sehr wünsche.

Gerade, wenn ich hetze und nicht so sehr bei mir bin, dann gehen sie dahin, wo Du bist und ich nicht. 

Meine Gedanken schweifen zu Dir. Zu einer Vergangenheit, zu einem Moment in der Zeit.

Ich schwelge in Erinnerungen.

Und wenn ich mir nicht das Hirn verrenke,

in der Stille mich versenke,

zulasse, dass ich an Dich denke, dann nimmt es Fahrt auf –

da sind Farben und Akzente.

 

Die Farben sind mit Gefühlen verbunden, die erscheinen in nicht so schillernden Nuancen,

denn da waren auch Tränen und Wut, die Chemo, das Tuch, der Speichel, der Ekel, aber auch: Mut.

Farben verändern sich mit den Jahren, manches verblasst, wird verklärt oder tritt noch deutlicher hervor.

Ich soll es loslassen, sagen die einen.

Die anderen sagen, lass Dich doch treiben, Du darfst Trauern UND Leben, musst Dich gar nicht entscheiden.

Der Gedanke gefällt mir: wie eine Kaleidoskop von Farben – darf mal das eine und mal das andere erstrahlen.

Vielleicht – auch wenn der Vergleich hinkt: wie ein Tuschkasten aus Schulzeiten, er ist noch da – in irgendeiner Schublade, die Farben vermischt, leicht schietig und eingetrocknet.

Doch wenn man sich Zeit nimmt, alles reinigt, können die Farben wieder im Glanz erstrahlen.

Und manche Farben sind einfach: leer. In diesen Fächern kann man neue Farben einsetzen und neue Bilder malen.

Die alten Bilder sind in Rahmen, erfreuen, beglücken, erinnern und beschweren mich an manchen Tagen, je nach Motiv und Stimmungslage und dann kommen die Neuen daher und es gibt ja auch Wechselrahmen – in Gold.

Und das ist, was immer bleibt, auch wenn Du jetzt nicht mehr bei mir bist, ist der Rahmen, ist der Ring, ist – GOLD.

Mir stellt sich nicht die Frage: „Ist Gold eine Farbe?“

Für mich ist klar: Du bist Licht, bist eine Besonderheit, die ich immer bei mir trage.

Mögen diese Worte dich dort erreichen, wo du sie gerade brauchst.

 

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