Meine Arbeit findet gerade Ausdruck.
Schon als Kind habe ich geschrieben – zu Geburtstagen, für Feiern, für besondere Momente.
Diese Texte waren lange nur für mich bestimmt und wurden höchstens im privaten Kreis geteilt.
Mit der Veröffentlichung von „Farbrausch“ ist etwas in Bewegung geraten.
Seitdem fließen die Worte, und ich möchte mehr von meinen Texten in die Welt geben.
Schreiben ist für mich ein Ventil.
So finden die Dinge, die ich erlebe, einen Ausdruck – leise, ehrlich, ungefiltert.
Vielleicht finden meine Herztexte auch bei dir einen Platz:
berührend, nachdenklich machend oder tröstend.
Die Rückmeldungen, die mich bislang erreicht haben, sind sehr liebe- und gehaltvoll.
Und sie bestärken mich darin, diesen Weg weiterzugehen.
Hier nun ein weiterer Herztext – in Schrift und Ton:
1000 Arten zu lächeln
Du hast Dich lächelnd zur Ruhe gelegt – zur letzten Ruhe.
Gleichzeitig war es in mir ziemlich laut, unruhig mit Grummeln im Bauch.
Wie soll es mir auch gehen?
Seit Tagen und Wochen Dich so zu sehen, wie Du Dich quälst und immer noch lächelst.
Freundlich, zugewandt und immer mit irgend ´nem Beutel in Deiner Hand.
„Falls was hochkommt“, sagst Du und lächelst gewandt.
Ich stehe daneben, in mir ist gerade kein Lächeln.
Ich würde es gegenteilig benennen: Unruhe, viel am Rennen und selten am Schlafen – Gedankenrasen.
Ich sitze still vor der rosa Wand, Du ein Glas eiskalte Brause in Deiner Hand. Dein Lieblingsgetränk schon seit Tagen. In deinem Gesicht ein Lächeln – ohne zu klagen.
Ich kenne nicht alle Namen, aber mit einem Lächeln kamen immer wieder, nette Menschen, in den Raum, fragten nach Deinem Befinden.
Du mit freundlichem Grinsen, sagst:
„Sie sind alle so nett zu mir. Ich spüre die Liebe hier!“
Ja, auch ich mag diesen Ort mit Sackgassenlage und doch will ich fort, denn meist verlässt man ihn auf der Bahre oder genauer, im Sarg.
„Sterben gehört zum Leben“, sagst Du und lächelst mild – ich will´s nicht hören, ich bin noch zu jung und es ist einfach zu früh für´s Grab.
Du lächeltest tapfer, als erstmals das Wort fiel: Palliativ – seit dem lächelst Du immer noch – relativ -oft.
Du kamst zur Ruhe an diesem Ort, den man „Hospiz“ nennt. Ein Ort an dem Dich, schon nach Stunden, jeder kennt.
Im Hospiz sein, ist o.K. und doch tut es unendlich weh und Du lächelst: aufmunternd.
Es ist anders als in der Klinik , wo jeder über den Flur nur rennt und keiner Dich beim Namen nennt, ausschließlich Deine Diagnose kennt, wenn man doch eigentlich den Menschen mit seiner Geschichte und seinem Lächeln meint.
Hier verfliegt Deine Zeit.
Du lächelst mild, in der Hand eine Brause
An der Wand ein Bild von Deinem Zuhause, wo Du auch stets glücklich gelächelt hast.
Und in mir?
Immer noch große Unruhe, aber ich komme über die Runden und inzwischen bin ich mit dem Gefühl des Friedens verbunden.
Du glaubtest stets an die Guten und lächeltest bis zum Schluss, mal zart, mal mutig, mal zaghaft und brüchig.
In 1000 verschiedenen Varianten.
Weinen? Nie, nicht mal vor Verwandten.
Ich wurde, wie besprochen, angerufen.
Ließ alles stehen und liegen für die letzten, kostbaren Minuten.
Ein letzter Atemzug.
Dann lagst Du da, die Hände auf dem Bauch gefaltet, ein stilles Lächeln auf Deinem Gesicht.
Voller Ruhe bei meinem letzten Kuss.
An den Füßen Deine schönsten Schuhe.
Die hattest Du Dir auserbeten. Mit einem schelmischen Lächeln, hast Du gewählt, was Du auf Deiner letzten Reise tragen willst.
In Deinem Zimmer das Seelenhaus.
Mein Weinen und leise Töne vom Koshi begleiten Dich raus.
Ich stehe gemeinsam hier mit Deinen letzten Wegbegleitern am Ausgang Spalier.
Dies ist Deine letzte Reise und ich weiß:
Du lächelst leise.
Mögen diese Worte Dich dort erreichen, wo Du sie gerade brauchst.
1000 Arten zu lächeln
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