…schwer!? oder …leicht!?

Wie geht der Satz für Sie weiter?

2021 hat begonnen und somit hat das Jahr 2020 geendet. Ich habe eine neue Aufgabe bei der Alzheimer Gesellschaft Schleswig-Holstein aufgenommen. Ich habe mich am Ende des Jahres von meinen Kolleg*innen in Hamburg verabschiedet.

Mir ist gerade heute Morgen noch einmal klar geworden, dass in jedem Anfang eben auch ein Ende liegt. Denn etwas muss beendet werden, bevor etwas Neues anfangen kann. Ganz häufig ist einem das Neue dabei aber noch so unbekannt oder unwillkommen, dass der Abschied schwer fällt.

Der Anfangstext meines Blogartikels begleitet mich schon seit einigen Tagen, bewegt sich in meinem Kopf und in meinem Herzen.

Gestern kam dann die Nachricht, dass eine Freundin der Familie in den letzten Wochen ihre Tochter aufgrund eines Schlaganfalls verloren hat. Meine Mutter sagte in einem Telefonat ganz ratlos: Ich weiß gar nicht was ich sagen soll, das ist doch schrecklich!

Außerdem las ich heute Morgen den Post einer Kollegin auf Facebook: „Trauern ist die Lösung und nicht krank!“

Anfang und Ende, Freude und Trauer – das alles gehört zum Leben!

Mir ist noch einmal so richtig bewusst geworden, was ich genau meinte, als ich damals meine Facebookseite benannte: „Achtsamkeit, Demenz, Depression und andere Lebensthemen“. Mit „Lebensthemen“ meinte ich genau diese Dinge, die uns alle im Alltag bewegen und für die es keine Regeln gibt, wie lange, wie tief und wie nachhaltig sie uns bewegen.

Jeder hat seinen eigenen höchstpersönlichen Umgang mit Krankheit, mit Trauer, mit Abschied und eben auch mit Neubeginn.

In der letzten Woche durfte ich mich selbst genau dabei beobachten, wie ich den Neubeginn bewerte und damit umgehe.

Mir schwirrten Sätze im Kopf herum, die es zeitweise schwerer machten, als es hätte sein müssen: ich muss mich beweisen, das wird nicht einfach, vor allem mit Corona und Homeoffice, ich sollte schneller sein beim Begreifen neuer Sachverhalte…

Aber auch Bewertungen, die von außen auf mich einprasselten, machten mir teilweise das Leben schwer, wie beispielsweise der Satz „Na, hoffentlich hast Du Dir das gut überlegt!“

„Nö!“ – hab ich nicht, ich bin meinem Bauchgefühl gefolgt.

Immer öfter in meinem Leben merke ich, dass es mir gut tut, meinem Instinkt zu vertrauen, meinem Bauchgefühl zu folgen. Mir hilft der Austausch mit anderen. Es unterstützt mich, still zu werden, in mich hinein zu spüren, Glaubenssätze zu hinterfragen und dann ins Handeln zu kommen.

Mit stressigen Gedanken, wie „Aller Anfang ist schwer!“ kann ich heute zum Glück gut umgehen.

Ich brauche nur ein wenig Zeit, Zettel und Stift. Ich stelle mir die Fragen der Work nach Byron Katie ® und schon ist alles viel stressfreier.

Die erste Frage der Work: „Ist das wahr?“ Hier antwortest Du nur mit JA oder NEIN, wenn die Antwort NEIN ist, gehe weiter zu Frage drei.

Die zweite Frage lautet: „Kannst Du mit Sicherheit wissen, dass das wahr ist?“ Auch hier reicht ein JA oder NEIN. Und egal, wie die Antwort ausfällt, gehe einfach weiter zur dritten Frage.

Dann kommt die dritte Frage: „In der Situation, wie reagierst Du, was passiert, wenn Du den Gedanken glaubst?“

Die vierte Frage der Work: „Wer oder was wärst Du ohne diesen Gedanken?“

Danach kommen die Umkehrungen.

Wer mehr darüber erfahren möchte, findet viel dazu im Internet, beispielweise auf der Seite des VTW (Verein für The Work unter https://www.vtw-the-work.org ).

In meinem Fall kam gleich am Anfang ein NEIN.

Ich bin dem Prozess dann weiter gefolgt und habe meine Antworten gefunden. Wenn ich in der neuen Arbeitssituation im Homeoffice sitze und versuche, eine Aufgabe anzugehen und ich glaube den Gedanken: „Aller Anfang ist schwer“, dann bin ich wie gelähmt. Ich denke, ich muss gleich alles wissen, alles richtig machen. Ich verspanne mich, halte die Luft an. Meine Gedanken rasen und ich verzettele mich, weil ich von einem Thema zum anderen hüpfe, um alles möglichst schnell zu erfassen. In Gesprächen mit den Kolleginnen fühle ich mich überfordert. Im Hinterkopf bewege ich die Frage, ob es wirklich die richtige Entscheidung war!?

Diese Frage notiere ich mir. Eine weiter Frage, die ich mir mit der Work zu einem späteren Zeitpunkt anschauen kann.

Wer oder was wäre ich ohne den Gedanken: „Aller Anfang ist schwer“?

Ohne den Gedanken kann ich direkt frei atmen. Ich bekomme meine Souveränität zurück und sehe, dass ich fragen kann. Ich hebe meinen Blick, halte inne und kann mir Fragen aufschreiben. Ich kann gut für mich sorgen, mir ein wenig Bewegung verschaffen, einen Tee holen und mit frischem Mut an die neuen Aufgaben gehen. Ich komme aus dem Vergleichen heraus und kann mir die Aufgaben in kleinere Schritte aufteilen.

Ich komme dann zu den Umkehrungen. Die Umkehrung ins Gegenteil und die einzige Umkehrung, die ich mir in diesem Fall angucke:

„Aller Anfang ist leicht!“

Diese Umkehrung ist für mich genauso wahr. Ich versuche realistische Beispiele für meine ganz spezielle Situation zu finden.

Ja, der Anfang ist leicht gewesen – es war leicht mit dem neuen Auto ins Büro zu fahren. Ich kannte den Weg, ich bin am Montag nett begrüßt worden, alle freuten sich, dass ich da bin. Und auch im Homeoffice gestaltete sich alles leicht, der Onlinezugang war einfach eingerichtet, einige Kolleginnen haben mich angerufen und mir erklärt, was zu tun ist. Ich habe einen Zettel mit der Telefonnummer meiner Vorgängerin bekommen, ich kann fragen und keiner hat mir gesagt, dass ich mich blöd anstelle.

Meine Befürchtungen haben sich also nicht bewahrheitet.

So ist es oft, wenn wir hinterfragen, ob das, was wir glauben überhaupt stimmt. Auf diese Weise finde ich für mich und mit meinen Klient*innen immer wieder neue Erkenntnisse und einen neuen Fokus.

The Work kann gut als Selbsthilfeinstrument angewendet werden. Wer sich eine Begleitung wünscht, kann sich gerne an mich wenden!

Gerne biete ich auch Coaching im Videoformat an!

Viele Grüße,

Silke Steinke

Dieser Beitrag als Podcast zum Anhören für Sie

von Silke Steinke

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