Manchmal verliere ich die Dinge, die ich eigentlich schon weiß und die mir gut tun, aus den Augen.

Dann gerate ich schnell auf die Schiene, in der ich nur noch funktioniere. Auf den Berg von Pflichten und Zeitdruck lade ich dann noch eine Schippe drauf. Dann kommt mir vielleicht die glorreiche Idee, dass ich jetzt, wo ich so Vieles weiß, eigentlich auch IMMER performen müsste und tappe in die Selbstoptimierungsfalle.

Und dann bin ich unzufrieden mit mir, mit meinen Leistungen und vor allem mit meinen „Fehlern“, mit meiner Müdigkeit, mit meiner Unvollkommenheit, mit den Schmerzen in der Schulter.

In den letzten Wochen habe ich mich wieder mal mehr auf den Pfad der Selbstoptimierung begeben und habe mich gewundert, dass ich zunehmend nervöser und gestresster war. Zusätzlich zu meinem vollen Terminkalender habe ich begonnen, morgens noch früher aufzustehen, um eine bestimmte Meditation zu machen, ich bin wieder angefangen mit dem Laufen. Ich wollte mich möglichst gesund ernähren und kochte dafür vor…

Eine Vielzahl von Dingen, die auch gut und wichtig für mich sind.

Den Unterschied macht der Antrieb, der dahinter steht. Mache ich alle diese Dinge, weil sie mir gut tun oder mache ich sie, um besser zu funktionieren?

Ich habe mich immer mehr angetrieben und war am Ende der Woche müde, fahrig und habe gedacht: „Ich schaffe das alles nicht!“

Auf der Fahrt zu einem Arbeitstermin hörte ich dann einen Podcast und da gab es mal wieder einen dieser AHA-Momente!

Dieser Moment, in dem ich der Frau in dem Podcast ZUHÖRTE

Der Moment, in dem ich mir selbst ZUHÖRTE.

 

Die Woche lief sozusagen an meinem Ohr noch einmal vorbei. Da war all das, was ich meinen Freundinnen, den Kolleginnen und den Klienten in dieser Woche so gesagt und geraten hatte und dann fragte ich mich:

„Warum bist Du eigentlich nicht zu Dir selbst genauso liebevoll?“

Wahrscheinlich kennst Du ihn auch, den inneren Kritiker!?

 

Die Stimme, die Dich gnadenlos antreibt. Die Stimme, die Dir sagt, dass Du Dich nur mal etwas zusammenreißen musst, dann kannst Du das auch schaffen. Und wenn es Dir nicht gut geht, dann hast Du eben immer noch nicht die richtige Technik gefunden, dann musst Du nur noch mehr tun…

In dem Blogartikel „Zurück auf Anfang“ schrieb ich die folgenden Sätze:

„Bedingungslose Akzeptanz heißt für mich nicht, dass ich etwas als schicksalsgegeben hinnehme und in die Untätigkeit falle, sondern, dass ich annehme was gerade ist und von diesem Punkt aus sehr besonnen weitergehe. Akzeptanz all der Gefühle, der Schmerzen und all der lästigen Dinge, die nun gerade mal da sind. Das ist das Ende des Kämpfens, des Gegenangehens. Wenn ich nicht mehr kämpfe und mein Verstand sich nicht in ewigen „Was wäre wenn – Szenarien“ verliert, dann wird Energie frei und mein Blick weitet sich. Von diesem Punkt aus kann ich neu denken, komme wieder in die Handlungsfähigkeit.

Wie schön, wenn man den eigenen Blogartikel liest und denkt: „Ach ja, das wusste ich ja schon – so geht das also!“

 

Also setzte ich mich hin und nahm all den Widerstand in mir wahr, die Müdigkeit, die Schmerzen in der Schulter, das Gedankenkarussell.

Ich machte keine besondere Meditation mit irgendeinem Ziel mehr – ich setzte mich nur auf mein Kissen und nahm MICH wahr, mit all dem, was da gerade war.

Ich atmete und spürte!

 

…und dann konnte ich Selbstoptimierung gegen Selbstmitgefühl tauschen.

 

Plötzlich war da wieder Luft zum Atmen und ich kam zu einem wesentlich liebevolleren Selbstgespräch mit mir selbst:

„Es ist gerade viel, ich darf müde sein. Einer guten Freundin würde ich raten, gut auf sich aufzupassen. Ich würde ihr raten, sich Unterstützung zu suchen und Dinge zu tun, die ihr Freude machen.“

Und genau das habe ich getan: Ich habe mit einer Kollegin telefoniert, mir ein gutes Gespräch mit ihr gegönnt, ich habe mich früh ins Bett gelegt, ich habe mich ausgeruht. Ich habe wieder mit meiner eigenen Meditation gesessen, in der es nur darum geht, mit mir zu sein. Und alles von Moment zu Moment wahrzunehmen. Ich folgte nicht länger irgendeinem Programm.

Ich bin auch Laufen gegangen – weil es mir gut tut und mir Freude bereitet, nicht um etwas zu erreichen.

An meinem Alltag hat sich seitdem gar nichts verändert, aber der Schalter in meinem Kopf hat sich wieder umgelegt.

 

Wenn Du auch diese Falle kennst und Selbstoptimierung eintauschen magst und wieder (oder erstmals) liebevoll auf Dich schauen magst, bin ich gerne die Unterstützung an Deiner Seite.

 

Herzlichst

Silke Steinke

 

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